Inzwischen hat es vermutlich auch der letzte gemerkt – Blogs sind offenbar groß in Mode. Der Trend an sich ist natürlich leicht nachvollziehbar. Stellen Blogs doch eine leicht bedienbare Lösung dar, persönliches Gedankengut auf einer Webseite zu verankern. Dass in den meisten Beiträgen geschickt die wichtigen Suchbegriffe für die Searchbots von Google und Co. „versteckt“ werden sei einmal dahin gestellt. Ein Narr, wer Böses dabei denkt.
Was mich persönlich aber inzwischen wirklich nervt, sind die Inhalte der Blogs. Und dazu zähle ich auch verschiedene Forenbeiträge, die man bei XING, Linkedin, Google+ etc. lesen kann. Da wird in letzter Zeit immer wieder über die Interim Manager und/oder die Provider geschimpft. Ja, auch ich selbst bin da nicht ohne Schuld. Ich habe in unserem Blog mehrere Beiträge dazu geschrieben (z. B. die Interim Manager Nongrata).
Es ist halt leider so wie im richtigen Leben: wenn man etwas kritisiert hat man gute Chancen, dass man mit dieser Kritik Widerstände und Gegenangriffe auslöst. Ob angemessen oder nicht – Menschen sind halt leider so. Nicht jeder kann sich entspannt zurück lehnen und erst einmal über das nachdenken, was er da gerade gelesen hat. Manche Zeitgenossen schießen gleich zurück und – leider in emotionalen Situationen häufig beobachtet ... – verwenden dann gleich Pauschalplätze und verteilen Rundum-Schläge.
Ich bin es ehrlich gesagt leid Artikel zu lesen, die mit „Wir Interim Manager“ oder „Wir Provider“ beginnen. In diesen zwei Wörtern steckt bereits die Erklärung, dass wir uns in zwei verschiedenen Lagern bewegen. Ich halte das für schlecht und der Sache nicht zuträglich. Was wir brauchen, ist ein kollegialer Schulterschluss.
Provider und Interimsmanager bilden in den meisten Fällen eine Allianz. Im symbiotischen Sinn profitieren wir voneinander. Und da beide Gruppen das eigentlich wissen, verwundert es mich umso mehr, dass es immer wieder diese Querschüsse gibt. Ich kann das übrigens gut beurteilen, da ich selbst Interim Manager bin und jeden Tag operative Projektarbeit für meine eigenen Kunden leiste. Zudem bin ich aber auch Provider und vermittele Interimsmanager an Kunden von consultnet
Wenn Sie es partout nicht lassen können in den einschlägigen Foren über negative Erlebnisse mit Providern oder Interim Managern zu berichten, dann sollten Sie fairerweise vorher darauf hinweisen, dass es sich um subjektive Eindrücke handelt. Besser wäre es, wenn solche Diskussionen gar nicht mehr öffentlich geführt würden. Welchen Zweck verfolgen Sie damit, außer vielleicht einem virtuellen Vergeltungsschlag? Persönliche Frustration ist menschlich nachvollziehbar, hat aber in öffentlichen Foren nichts verloren. Das ist einfach unprofessionell
Ein Negativbild, welches eine Gruppe pauschal aburteilt, bringt am Ende des Tages die gesamte Branche in Misskredit. Und das kann doch wohl nicht die Absicht sein. Ziehen Sie meinetwegen Ihre persönliche Konsequenz aus Ihren Erfahrungen. Lassen Sie Ihr Profil bei ungeliebten Providern löschen. Oder – an die Provider adressiert – löschen Sie unprofessionelle Interim Manager aus Ihren Datenbanken. Aber machen Sie das bitte still und leise und posaunen Sie es nicht hinaus in die virtuelle Welt.
Seien Sie sich immer darüber im Klaren, dass das geschriebene Wort meinungsbildend ist. Und das Internet vergisst nichts. Wenn Sie auf „Enter“ drücken, haben Sie ein unwiderrufliches Statement abgegeben. Ich glaube zwar kaum, dass unsere Kunden die verschiedenen Blogbeiträge lesen – aber wer weiß das schon so genau ...


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