Nur rund acht Prozent der Neueingestellten – so die Studie - hätten den Job aufgrund einer Mitarbeiterempfehlung bekommen. Und lediglich drei Prozent der Stellen hätten sie mit Hilfe von sozialen Netzwerken vergeben.
Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, für die 15.000 deutsche Unternehmen befragt wurden, war 2011 zu dem Ergebnis gekommen, dass persönliche Kontakte bei der Besetzung von einem Viertel aller offenen Stellen entscheidend sind. Die Studie bezog sich auf die deutsche Gesamtwirtschaft, es wurden also auch kleinere Firmen befragt. Für die "Recruiting Trends 2013" wurden nur die tausend größten berücksichtigt.
Welche Recruiting Trends wirklich relevant sind, können Sie übrigens hier nachlesen.
Was stimmt denn nun?
Das Problem bei solchen Studien und deren Ergebnissen ist, dass wir nur selten erfahren, wer die Informationen zur Verfügung gestellt hat. Da wird dann gerne erklärt, dass man die Entscheider in den Unternehmen um Mitwirkung gebeten habe. So weit stimmt das wahrscheinlich. Dass der Global Head of HR des BMW Konzerns allerdings einen Fragebogen ausfüllt ... – nun, dazu fehlt mir wahrscheinlich die Fantasie. Viel eher vorstellen kann ich mir die Weitergabe der Erhebung an den neuen Trainee, der dafür noch Zeit und möglicherweise sogar Spaß an der Sache hat. Wenn das ein Entscheider ist, dann sind wir das alle. Denn wir entscheiden jeden Morgen, ob wir Tee oder Kaffee trinken.
Es gibt nach meiner festen Überzeugung keine einzige Studie zum Thema Recruiting, welche die Bezeichnung „repräsentativ" wirklich verdient hätte. Und selbst wenn es eine repräsentative Studie gäbe – die Ergebnisse wären doch gar nicht für jeden Einzelfall in gleicher Weise anwendbar. Recruiting-Strategien sind etwas ganz und gar Individuelles. Was für 100 Unternehmen passt, kann beim 101. Unternehmen der falsche Ansatz sein. Vorsicht also bei großen Zahlen und dem Attribut „repräsentativ"!
Glücklicherweise gibt es Erfahrungen und Erkenntnisse aus tatsächlich durchgeführten Recruiting-Projekten. Und diese Erfahrungen sprechen eine ganz andere Sprache als die meisten Studien. Wenn die Kunst allein darin bestünde, Studienergebnisse auf ganz individuell unterschiedliche Unternehmenskulturen auszurollen – ja, dann gäbe es vermutlich schon lange kein Problem mehr im Kampf um Talente.
Die Realität sieht aber ganz anders aus. Der Kampf hat gerade erst begonnen und wird in den nächsten Jahren weiter heftig toben. Insbesondere in den Unternehmen, die sich nur einzelne Elemente des Recruitingprozesses herauspicken und dann losgelöst vom Gesamtkonzept mit dem Basteln beginnen. Um es an einem beliebten Beispiel einmal ganz klar zu sagen: Social Media Recruiting kann eine wirkliche Bereicherung im Recruiting sein. Wenn es zum Unternehmen passt. Wenn es das nicht tut, ist Social Media Recruiting eine Zeitbombe, die großen Schaden anrichten kann.
Was also tun?
Der beste Rat, den ich Ihnen geben kann, lautet: Schauen Sie genau hin! Und zwar zuerst auf Ihre eigenen Prozesse, Ihr eigenes Recruiting und Ihre eigene Strategie. Beurteilen Sie diese Dinge mit Ihrer professionellen Erfahrung als Human Resources Manager und stets mit gesundem Menschenverstand. Die meisten unserer Kunden haben ein sehr gutes Gespür dafür, was gut läuft und wo Potentiale verborgen liegen. Letztere zu heben, bedarf professioneller Unterstützung und viel Erfahrung.
Die consultnet Partner haben diese Erfahrung und können Sie bei der Planung und Umsetzung der Maßnahmen, die zu Ihrem Unternehmen passen, unterstützen. Testen Sie das ruhig einmal in einem persönlichen Gespräch. Abseits von Recruiting Trends.


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